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Xi'an
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Xi'an
Xi'an
Xi'an ist die Hauptstadt von Provinz Shaanxi. Die Stadt hat eine Flaeche von 861 qkm und besteht aus sieben Bezirken. Sie zaehlt insgesamt 6,18 Mio. Einwohner, von denen ca. 3 Mio in der Innenstadt leben.
Im Altertum hiess Xi'an "Chang'an", die ewige Frieden. Chang'an gehoert zu den bedeutendesten Kaiserstaedten Chinas und war rund 1080 Jahre lang die Hauptstadt fuer zwoelf Dynastien. Schon die Zhou (ca. 1100-221 v.Chr.) hatten hier nicht zuletzt wegen der guenstigen klimatischen Bedingungen und Bodenverhaeltnisse an den Ufern des Wei-Flusses vor 3000 Jahren ihren Sitz.
Die vielen Zeugnisse aus der Vergangenheit haben Xi'an zu einer Drehscheibe des Tourismus in China gemacht. Die Palette der Sehenswuerdigkeiten reicht vom neolithischen Banpo-Dorf aus dem fuenften Jahrtausend vor Christus ueber die weltberuehmt gewordene Terrakotta-Armee des chinesischen Reichseinigers Qi Shi Huangdi bis zur schoenen Altstadt und Resten aus der Zeit der Han- und Tang-Kaiser.
Die Grosse Wildganspagode
Die Entstehung der beruehmtesten Pagode des Landes ist eng verknuepft mit Xuanzang (602-664) , Chinas bekanntestem Indienpilger und bedeutendstem buddhistischem Phiosophen. Um die heiligen Schriften feuersicher zu verwahren, die er im Jahr 649 von der Reise mitgebracht hatte, liess der Kaiser diese Pagode errichten.Trotz mehrmaliger Ernererung wahrt der 60m hohe wuchtige Turm noch ganz den Stil der Tang-Zeit. Im Tempel Ci'en Si, zu dem er gehoert, draengen sich die Touristen.
Oeffnungszeiten: Taegl. 8:00-17:30 Uhr
Die Kleine Wildganspagode
Wie ihre grosse Schwester wurde sie zur Verwahrung heiliger Schriften erbaut. Der Turm von 709 verlor im 16.Jh. bei zwei Erdbeben seine Spitze. Schoen sind der stille Park rundherrum und der Panoramablick aus 43 m Hoehe.
Oeffnungszeiten: Taegl. 8:00-18:00 Uhr
Stadtmauer
Das Mauergeviert mit 12 km Umfang vom Ende 14.Jhs. ist mustergueltig renoviert und mit schlichten Durchfahrten fuer den heutigen Stassenverkehr versehen. Mauer war die Befestigungsanlage der heiligste Teil der Stadt.
Stelenwald
Seit alters werden in China wichtige Texte in Stein graviert, um sie vor Totalverlust durch Feuer und vor Verfaelschung zu schuetzen. Von Chinas Stelensammlungen ist diese die bedeutendste. Einige der 3200 Platten (1700 ausgestellt) sind 2000 Jahre alt. Das groesste Projekt wurde 837 realisiert: der konfuzianische Schriftenkanon auf 114 Platten. Die mit einem Kreuz geschmueckte <Nestorianische Stelen> von 781 bezeugt die Existenz einer christlichen Gemeinde im damaligen Chang'an. Schoen sind die vielen Kalligrafiestile. Eine Seitenhalle birgt monumentale Steintiere und Grabreleifs aus Han- bis Tang-Zeit sowie buddhistische Skulpturen.
Oeffnungszeiten: Taegl. 8:30-17:30 Uhr
Trommel-/Glockenturm
Trommel und Glocke verkuendeten einst die Tages -und Nachtzeiten. Die maechtigen Tuerme wurden 1380 bzw. 1384 erbaut, der 36 m hohe Glocketurm steht jedoch an der heutigen Stelle erst seit 1582. Er bilder das Zentrum der mingzeitlichen Stadt, deren Hauptstrassen von den Stadttoren auf ihn zufuehren.
Huajue Moschee / Qing Zhen Si
Chinas schoenste Moschee in chinesischem (Ming-) Stil ist groesstes Gotteshaus der 60 000 Xi'aner Moslems und erfreut mit baumbestandenen Hoefen und zarten Pflanzenreliefs. Das umliegende Moslemviertel lohnt einen Spaziergang.
Oeffnungszeiten: Taegl. 8:30-17:30 Uhr
Geschichtsmuseum
Was Archaeologen an unvergleichen Kulturschaetzen aus 6000 Jahren im geschichtstraechtigen Boden der Provinz entdeckten, hier ist es zu bestaunen: 3000 Jahre alte Ritualgefaesse aus Bronze, das aelteste erhaltene Papier der Welt (entstanden um 100 v. Chr.) , ein ebenso altes Eisenzahnrad, Releifziegel vom Palast des Ersten Kaisers und das aelteste bekannte Prozellan, besonders aber die grossartigen Kunstwerke der Tang-Zeit wir Gold, Jade, farbig glasierte, lebendige Keramikfiguren und Wandbilder aus Adelsgraebern. Muenzen aus Persien, Arabien und Japan dokumentieren die transkontinentalen Handelsbeziehungen, die China vor 1200 bis 1300 Jahren unterhielt. Wer alles angemessen betrachten will braucht zwei halbe Tage.
Oeffnungszeit: tgl. 8:30-17:30 Uhr
Terrakotta-Armee
Die Tonkriegerarmee liegt etwas 30 km oestlich von der Stadt Xi'an. 1974 entdeckten Bauern beim Bohren eines Brunnens die unterirdische Anlage, die zu den bedeutendesten archaeologischen Funden unserer Zeit zaehlt. An sich war es den chinesischen Archaeologen bekannt gewesen, dass in der Umgebung von Xi'an ein Grab des Reichseinigers Qin Shi Huangdi existieren musste, aber wie seinerzeit Troja fuer eine Legende gehalten wurde, hielt man auch die Schilderung der Pracht des Ersten Kaisers fuer uebertrieben. Heute weiss man, dass man auch in diesem Falle irrte.
Das eigentliche Grab des Kaisers liegt unter einem 47 m hohen, kuenstlich aufgeschuetteten Huegel und ist bisher noch nicht geoeffnet worden. Damals noch Koenig des Staates Qin, gab der noch unter seinem Namen Zheng regierende Koenig das Grab um 247 v.Chr. in Auftrag. 700.000 Zwangsarbeiteter, Kuenstler und Architekten sollten ihm einen unterirdischen Prachtpalast bauen. Der Aufbau der Anlage entsprach den damaligen kosmischen und geomantischen Vorstellungen. Ausstattung und Groesse des Grabes demonstierten die Groesse und Macht des ersten Kaisers von China, der Zeit seines Lebens nach der Unsterblichkeit suchte und sich diese zumindest fuer seinen Nachruhm gesichert hat.
Die Archaeologen legten einen inneren und einen Aeusseren Bereich der Grabanlage frei. In der bisher freigelegten deri Sektoren etwa 1,5 km osetlich des Grabhuegels wurden ueber 8,000 lebensgrosse Figuren aus Ton gefunden, die eine komplette Armee mit Kriegern, Kommandeuren, Pferden und Streitwagen darstellen und von denen man etwas 2.000 unter dem Dach einer Ausstellungshalle bewundern kann. Sie sind in der Schlachtordnung der damaligen Zeit formiert, nach Osten ausgerichtet und sollten ueber die Totenruhe des Kaisers wachen.
Nach dem Sturz der Qin-Dynastie, der Sohn des Kaisers hielt sich noch vier Jahre bis 206 v. Chr. an der Macht, wurde die Grabanlage niedergebrannt und verwuestet. Viele der Waffen gingen verloren, und unter zusammenstuerzenden Decken zerbrachen zahlreiche Figuren.
Oeffnungszeiten: Taegl. 8:30-18:30 Uhr
Huaqing Chi / Themalquellen
Das Thermalbad ist seit alters ein beliebtes Ausflugsziel. Schon die Majestaeten von den Zhou-Koenigen bis zu den Tang-Kaisern entspannten sich hier. In den 1980er-Jahren foerderten Ausgrabungen grosse Steinbecken aus der Tang-Ziet sowie die Fundamente von Badehaeusern zu Tage. Die Gebaeude wurden in etwas vergroessertem Massstab an derselben Stelle im Tang-Stil neu errichtet; in ihnen sind die Reste der Kaiserthermen zu besichtigen. Eine Ausstellung zeigt weitere Funde. Am Hang sprudelt die warme Quelle in ein Becken.
Eine Gedenkstaette im Park nebenan erinnert an den beruehmten Xi'an-Zwischenfall vom Dezember 1936. Damals wurde Generalissimus Jiang Kaishek hier von einem seiner Generaele festgesetzt, der ihm die Zustimmung zu einem antijapanischen Buendnis mit den Kommunisten abpressen wollte.
Oeffnungszeiten: Taegl. 8:30-17:00 Uhr
Banpo-Museum
Am oestlichen Stadtrand wurden 1953 die Spuren eines Dorfs der neolithischen Yangshao-Kultur entdeckt, einer Vorstufe der chinesischen. Auf der 4000 qm grossen, heute ueberdachten Staette sind die Grundrisse von Toepferwerkstaetten und etwas 100 Wohnhaeusern zu erkennen. Auch zahlreiches Stein- und Knochengeraet blieb erhalten.
Oeffnungszeiten: Taegl. 8:00-17:00 Uhr
Tang-Graeber
Xi'an ist umgeben von Kaisergraebern. Gewaltige Dimensionen besitzt das Qianling, die Ruhestaette der Tang-Kaiser Gaozong (628-684) und seiner Konkubine Wu(624-705), die ihm auf den Thron flogte und sogar ihre eigene Dynastie ausrief. Ein natuerlicher Berg ersetzt hier den ueblichen Grabhuegel. Steinfiguren, Schmucksaeulen und Ehrentuerme markieren die Hauptachse. Interessanter sind die Nebengraeber von Prinz Zhang Huai und Prinzessin Yongtai. Die Ausmalung ihrer Grabkammern - dargestellt sind Jagd, Polospiel, Tributgesandte und vollschlanke Hofdamen - gibt einen schoenen Eindruck vom hoefischen Leben in jener Glanzzeit. Man sieht jedoch nur Repliken: Die Wandbildoriginale ruhen im Magazin des Geschichtsmuseums in Xi'an. Die Fahrt lohnt aber auch wegen der Loesslandschaft und der Doerfer, die man durchquert.
Hua Shan
Der Westberg ist der steilste der fuenfheiligen Berge Chinas. Zwar ist keine Bergsteigerausruestung noetig, sehr wohl aber Schwindelfreiheit und eine Portion Mut, um ueber die waghalsigen Pfade hinaufzukraxeln. Oben hocken kleine daoistische Kloester auf den Felsgraten, und Sie haben eine phantastische Aussicht ins Wei-Tal. Sie koennen den Blick aber auch unverschwitzt geniessen: 1995 eroeffnete eine Seilbahn.
Famen-Tempel
Fuer den chinesischen Buddhismus ist diese Anlage von ganz besonderer Bedeutung, gehoert sie doch zu den auserwaehlten Tempeln, die vom grossen Foerderer des Buddhismus, dem indischen Koenig Ashoka, einen Koerperteil des Sakyamuni, des Begruenders der buddhistischen Lehre, als Reliquie zugesprochen bekamen.
Die Urspruenge des zu jener Zeit noch Ashoka genannten Tempels datieren in die Regierungsperioden der beiden Kaiser Huan Di und ling Di (147-188) der Oestlichen Han-Dynastie zurueck. Zentraler Bestandteil des mehrfach umbenannten Tempels war stets die Reliquien-Stupa, die einen Finger Sakyamunis in sich bergen soll. Urspruenglich war die Stupa aus Holz konstruiert, wurde aber nach iher Zerstoerung in der Ming-Zeit aus Ziegelsteinen neu errichtet.
1981 brach ein Teil der Stupa ein. Der entstandene Schaden sollte sich allerdings schnell und als ein archaeologische Gluecksfall erweisen. Bei den Renovierungsarbeiten wurde 1987 eine 31,48 qm grosse Krypta direkt unter der Stupa entdeckt. Neben ueber 2.400 Gegenstaenden aus Prozellan, Glas, Gold und Kupfer sowie ueber 7000 Seidenstoffen wurden vier Fingerknochenreliquien gefunden, von denen eine der echte fingerknochen sein soll. Weiterhin wurden verschiedene Sutrentexte aus der Song und Yuan-Zeit entdeckt. Die Funde der nach der Enrdeckung der Terrakottaarmee aufsehenerregendsten Ausgrabungsstaette der letzten Jahre in Xi'an sind in einem Museum zu bestaunen.
Die Renovierte Stupa wurde am 9. Novermber 1989 unter der Teilnahme von 50.000 Buddhisten aus Japan, Singapor, Hongkong und Australien feierlich eingeweiht. In den kommenden Jahren wird der Famen-Tempel zu einem grossen Pilgerziel ausgebaut, die Bauarbeiten sind schon im vollen Gange.
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