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Qufu (Deutsch)
Qufu
180 km suedlich von Jinan.
Wie spaeter Peking wurde Qufu, die Stadt des Konfuzius, entlang einer kosmischen Achse angelegt. Der Palast der Hauptstadt des Fuerstentums Lu - Vorgaengerin des heutigen Qufu - war von Nord nach Sued ausgerichtet: Stadttore, Tuerme, Altar zum Regenbeten waren axial angeordnet. So gilt Qufu bis heute als eines der aeltesten Beispiele der chinesischen Stadtanlage.
Die heutige Stadt liegt im suedwestlichen Teil der alten Lu-Hauptstadt, die von einer Mauer mit 16 Stadttoren umgeben war, und misst in ihrer Ausdehnung ein Siebtel jener antiken Metropole. Unter dem Jiajing-Kaiser (reg. 1521 -67) wurde Qufu um den Konfuzius-Tempel herum neu aufgebaut. Der Tempel bildet immer noch das eigentliche Zentrum Qufus - mit 21 ha bedeckt er ein Fuenftel der Stadtflaeche.
Heute leben in der von Tourismus uns Landwirtschaft gepraegten Gegend in und um Qufu
550 000 Menschen, von denen 110 000 stolz auf ihren Familiennamen sind: Kong.
Konfuziustempel / Kongmiao
Ueber 690 m erstreckt sich vom maechtigen Stadttor aus Chinas groesster Konfuziustempel mit knorrig-ehrwuerdigem Baumbestand nach Norden. Das erste Tempeltor stimmt mit der Inschrift "Schall der Gongs und Vibrieren der Jade-Klingsteine" auf das Opfergeschehen ein. Nach weiteren sieben Toren gelangt man zur ersten Halle, der Bibliothek Kuiwenge aus dem Jahr 1191. Wie viel frueher der Konfuziuskult begann, zeigen Steininschriften, deren aelteste 56 n. Chr. entstand. Die bedeutendsten sind im folgenden Hof durch Pavillons geschuetzt. Noerdlich davon wird die Anlage dreizuegig. Der westliche Trakt ist gesperrt. Aus dem Brunnen im zweiten Hof des Osttrakts soll schon der Meister selbst getrunken haben.
Der mittelere Trakt mit seinen kaisergelben Ziegeln wurde 1730 nach einem Brand erneuert. Eine Galerie, in der Inschriften und Steinreliefs verwahrt werden, umschliesst einen Hof, in dem sich zur Opferfeier einst tausend Mitwirkende versammelten. Die "Aprikosenterrasse" unter dem Pavillon in der Mitte spielt auf eine alte Textstelle an, wonach der Weise einst auf erhoehter Stelle im Kreis seiner Juenger sass und musizierte.
Der beherrschende Bau ist jedoch die Opferhalle Dacheng Dian mit ihren praechtigen Drachensaeulen. Die Innenausstattung fiel der Kulturrevolution zum Opfer; die pompoesen goldenen Schreine und Figuren, die heute dort stehen, sind Nachschoepfungen der Achtzigerjahre.
Die anschliessende " Schlafhalle" enthaelt einen Schrein fuer Konfuzius' Frau. Als letztes folgt die "Halle der Spuren des Weisen" mit in Stein geschnittenen Szenen aus seinem Leben. Auf den Steinabreibungen in der Bibliothek Kuiwenge sind sie wesentlich besser zu erkennen.
Kongfu (Kong-Residenz)
Die Konfuziusopfer sind seit mehr als 2000 Jahren Sache der Stammhalter des Weisen. Als Herzoege geadelt, versahen sie die Feiern im kaiserlichen Auftrag, dazu belehnte der Kaiser sie mit gewaltigen Laendereien und Tausenden von Pachtbauern. Spezielle "Hoflieferanten" mussten Schlachttiere, Wein, Musik, Feuerwerk und andere Dinge beitragen oder Spanndienste leisten. All das wollte verwaltet werden, und so verfuegten die Herzoege, die alle wie Konfuzius selbst den Familiennamen Kong trugen, ueber eine entsprechend dimensionierte Residenz.
Im vorderen Teil befinden sich Audienz- und Amtsraeume samt zugehoeriger Staffage fuer Empfaenge und Gerichtssitzungen. Dahinter liegen die Frauengemaecher. Durch die Fenster erkennt man die Ausstattung mit westlichen Sesseln und Uhren, wie sie bestand, als der Stammhalter der 77. Generation nach Konfuzius 1937 vor den Japanern floh. Am Ende fuerht ein Seitentor in den grossen Garten.
Kong Lin (Konfuziushain)
Auf Chinas schoenstem Freidhof werden seit Urzeiten die Mitglieder der Kong-Sippe bestattet. Ueberall in dem 2 qkm grossen, lichten Wald entdeckt man alte und neue Grabhuegel. Steinerne Grabfiguren, Altartische und Stelen kennzeichnen die Herzogsgraeber. Nahe dem Tor ruhen angeblich Konfuzius, sein Vater und sein Sohn. Die grosse Stele vor dem links hinten liegenden Konfuziusgrab nennt den Ehrentitel des Weisen: "Grosser Vollender, hoechster Heiliger, Kulturverbreitender Koenig".
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